Einzellige Algen Grund für Massensterben von Meerestieren vor Kamtschatka

Blick auf Vulkan auf der Kamtschatka

Gemäss der Russischen Akadamie der Wissenschaften hat das Massensterben vor der Halbinsel Kamtschatka natürliche Ursachen.

Valeriy Trubitsyn/Shutterstock.com

Russland
Das mysteriöse Massensterben von Meerestieren vor der Küste der Halbinsel Kamtschatka hat nach Angaben eines russischen Experten eine natürliche Ursache. Erste Analysen von Wasserproben hätten eine «hohe Konzentration» von winzigen Dinofalgellaten aus der Gattung Gymnodinium nachgewiesen.

So zitierten russische Nachrichtenagenturen am Montag den stellvertretenden Leiter der Russischen Akademie der Wissenschaften, Andrej Adrijanow. Nach seinen Angaben produzieren diese mikroskopischen ein Toxin mit verheerenden Auswirkungen auf wirbellose Tiere. Auch bei Menschen kann sie offenbar Gesundheitsprobleme auslösen.

Einwohner Kamtschatkas hatten zuvor tagelang Alarm geschlagen. Sie berichteten von hunderten toten Meerestieren und litten selbst unter Augenbrennen und Erbrechen. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein, als Ursache vermuteten sie giftige Chemikalien aus Sowjetzeiten, die in der Nähe der Strände lagerten. In Medienberichten war auch von giftigem Raketentreibstoff einer nahegelegenen Militäreinrichtung die Rede («Tierwelt online» berichtete).

«Natürliche Selbstheilung»
Adrijanow schloss derartige Hypothesen nun aus. Das Phänomen der Algenkonzentration sei für die Halbinsel «keine Seltenheit», sagte er. Er fügte hinzu, die Natur werde sich «von allein und sehr rasch» wieder regenerieren. «Es genügt zu warten, das Phänomen wird von selbst wieder verschwinden.»

Dagegen hatte Greenpeace noch am Sonntag auf einer Pressekonferenz beklagt, dass sich die «Situation nicht verbessert». Nach wie vor würden in der Bucht tote Tiere angeschwemmt. Die Umweltschutzorganisation hat tote Seesterne und Seeigel gesammelt, um sie untersuchen zu lassen. Sie geht davon aus, dass sich in ihrem Gewebe leichter Giftstoffe analysieren lassen als im Meereswasser.

In einer Petition forderten knapp 175'000 Menschen am Montag eine «offene Untersuchung».

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