Heilsamer Zaubergarten

Film «Der geheime Garten»
Die Neuverfilmung «Der geheime Garten», welche die Geschichte der zehnjährigen Mary erzählt, entführt Zuschauer in eine magische Welt. Den Zugang ermöglichen zwei Tiere.

Es gibt Filme, die zu bestimmten Jahreszeiten zum Standardprogramm im Fernsehen gehören. In der Weihnachtszeit etwa zählt «Der kleine Lord» dazu. Von der gleichen Schöpferin Frances Hodgson Burnett ist das hierzulande weniger bekannte Werk «Der geheime Garten». Die vielfach adaptierte Geschichte kommt nun erneut ins Kino: mit zeitgemässen Effekten, angepassten Inhalten und neuen Figuren. 

Anders als die Romanvorlage aus dem Jahr 1911 beginnt der Film 1947 nach dem Zweiten Weltkrieg. Entsprechend depressiv ist die Grundstimmung. Das gilt vor allem für die Protagonistin Mary. Das zehnjährige Mädchen muss den Verlust seiner Eltern verkraften. Dass das Waisenkind zu seinem Onkel Archibald kommt, der ein riesiges Anwesen mit seinem kränklichen Sohn bewohnt, hilft ihm keineswegs. Denn dessen düstere Stimmung passt zu jener des Landguts, das abgelegen in den mystischen englischen Yorkshire Moors liegt. 

Eine Hymne an die Natur und Fantasie
Erst die Begegnung mit einem herrenlosen Hund, den Mary zunächst Jemima und später Hector nennt, wendet alles zum Besseren. Denn der verstrubbelte Vierbeiner wird nicht nur zu einem wertvollen Bezugspunkt des isolierten Mädchens. Er führt Mary auch zu einem geheimen Garten, der jedoch abgeschlossen ist. Mary kann sich aber weiterhin auf tierische Hilfe verlassen. Den Weg zum Schlüssel und damit zu einer zauberhaften Welt zeigt ihr nämlich ein Rotkehlchen. Ihrem Glück steht nun nichts mehr im Weg. Sie nimmt es nicht nur für sich in Anspruch, sondern lässt auch ihren neu gewonnenen Freund Dickon und ihren Cousin Colin daran teilhaben. Sie alle blühen in dem Garten regelrecht auf.

«Wir erzählen eine grosse Geschichte, die Erlösung und Befreiung verspricht», sagt Produzentin Rosie Alison. Als Drehorte wählte ihr Team unter anderem die Heide-Moore von North Yorkshire und die subtropischen Trebah Gardens mit ihren gewaltigen Mammutblättern und Baumfarnen in Cornwall. «Wir hoffen, auf diese Weise die Wunder der Natur angemessen zu feiern, immer gesehen durch die Augen der Kinder», erzählt Alison. Dieses Vorhaben geht auf. «Der geheime Garten» ist eine Hymne an die Natur und Fantasie und weckt auch bei erwachsenen Zuschauern Erinnerungen, die sich wie das Lesen wunderschöner Einträge in ein Poesiealbum anfühlen. 

«Der geheime Garten», Fantasydrama, 99 Minuten, Verleih: Impuls Pictures, ab sofort im Kino.

Autor

Oliver Loga

Oliver Loga

Oliver Loga ist stellvertretender Chefredaktor. Er betreut unter anderem die Pferderubrik, was er sehr schätzt, da seine Frau stolze Halterin von zwei vierbeinigen Isländern ist. Obwohl Oliver nicht selbst in den Sattel steigt, pflegt er zu ihnen ein ebenso inniges Verhältnis wie zu seiner anhänglichen Stubentigerin Palina. Ein wichtiger Bestandteil seiner Freizeit ist zurzeit das Nachahmen von Tierstimmen für seinen kleinen Sohn. Besonders hoch im Kurs stehen dabei die gurrende Spitzschopftaube und der röhrende Hirsch.

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