Ein Kräutergarten für die Hühner

Rassehühner im Hof
Geflügel
Viele Küchenkräuter bekommen auch den Hühnern gut. Während der Vegetationszeit schnabelgerecht geschnitten und im Winter getrocknet sind sie für das Federvieh eine willkommene und gesunde Abwechslung.

Das Mittagsmenü verfeinern und noch dazu den Hühnern Gutes tun: Küchenkräuter machens möglich. Jetzt können sie ausgesät oder gepflanzt werden. Und wer keinen eigenen Garten besitzt, kann die Kräuter auch in einer Blumenkiste auf dem Balkon anpflanzen.

Eines der gängigsten Küchenkräuter, das fast jedermann im eigenen Garten oder auf dem Balkon zieht, ist die Petersilie, bei uns in der Regel lediglich Peterli genannt. Er kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wird aber heute fast überall auf der Welt angebaut. Es gibt ihn gekraust oder glattblättrig, wobei Ersterer wesentlich häufiger ist. Peterli schmeckt nicht nur den Menschen. Auch für Hühner ist er sehr wertvoll. Er enthält sehr viel Vitamin C, E und Provitamin A. Zudem ist der Gehalt an Eisen und Calcium recht hoch.

Letzteres ist vor allem für die Schalenbildung bei den Eiern und den Knochenbau bei der Aufzucht der Küken sehr wichtig. Dass Peterli auch appetitanregend und verdauungsfördernd sein soll, sind zusätzliche angenehme Nebenwirkungen.

Auch Schnittlauch findet sich in vielen Haushalten. Bereits die Römer sollen ihn zur Linderung von Sonnenbrand und Halsschmerzen verwendet haben. Die zu den Lauchgewächsen gehörende Pflanze verfügt über viele Vitamine, vor allem auch über Vitamin C und viel Kalium. Letzteres wird für die Energieproduktion benötigt, ist an der Regulation des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes beteiligt und regelt auch das Gleichgewicht von Säuren und Basen. Er ist zudem sehr wichtig für die Funktion des Herz- und Kreislaufsystems und wird auch für die Nervenreize, die Muskelkontrakionen und die Nieren benötigt. 

Schnittlauch fördert die Verdauung, löst Blähungen, ist appetitanregend und wirkt antibakteriell. Er wird von den Hühnern sehr gerne gefressen und kann schon den Küken gereicht werden. Da er von Frühling bis Herbst reichlich wächst, kann der Schnittlauch auch getrocknet und für den Winter aufbewahrt werden.

Ein natürliches Antibiotikum
Oregano kommt auf die Pizza und wird allgemein für Gerichte der italienischen Küche verwendet. Dass das Gewürzkraut aber auch ein hervorragendes Beifutter für Hühner ist, wissen nur wenige. Oregano wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und findet seine Anwendung vor allem bei Durchfall, Schnupfen und Problemen der Atemwege. Er unterstützt aber auch die Funktionen von Magen, Darm, Leber und Galle. Das Gewürzkraut gilt als ein ganz natürliches Antibiotikum. Man füttert es den Hühnern frisch oder getrocknet als Beigabe zum Feuchtfutter. Im gut sortierten Fachhandel ist Oregano auch als Pulver oder Öl erhältlich. Beides kann ebenfalls dem Feuchtfutter der Hühner beigemischt werden, das Öl auch als Zusatz im Trinkwasser. 

Rosmarin

Während Oregano im Volksmund gerne als Pizzakraut bezeichnet wird, ist Majoran als Wurstkraut bekannt, da er oft in das Brät der Würste gemischt wird. Doch auch Majoran hat ähnliche Wirkungen wie der Oregano und wirkt antibakteriell. Im Unterschied zu Oregano ist er jedoch nicht winterhart und muss jedes Jahr neu ausgesät werden. Dasselbe gilt für den einjährigen Basilikum, der antibakteriell wirkt und die Gesundheit der Schleimhäute stärkt. Er gedeiht in der warmen Jahreszeit sehr gut und wächst nach dem Pflücken immer wieder nach.

Auch Thymian wird von Hühnern gerne genommen. Sein ätherisches Öl ist einer seiner wichtigsten Inhaltstoffe. Neben Thymol enthält es auch Linalool und Geraniol – Wirkstoffe, die eine antivirale, antibakterielle und schleimlösende Wirkung haben. Als pflanzliche Heilmittel gelten auch die im Thymian enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe sowie Flavonoide und Cumarine, die, ähnlich wie Oregano und Majoran, antibiotisch wirken.

Auch Rosmarin enthält viele ätherische Öle. Er stimuliert die Gallenproduktion und stärkt die Verdauung. Obwohl wir sie als Nadeln ansehen, hat der Rosmarin Blätter, die von den Hühnern nicht einfach so gefressen werden. Eine kleine, geschnittene Beigabe im Feuchtfutter wird jedoch gerne genommen.

Pfefferminz hält Ungeziefer fern
Salbei ist nicht nur ein bekanntes Gewürzkraut in der Küche. Ein Tee hilft auch bei Hals- und Rachenschmerzen. In der Geflügelhaltung kann er ebenso wirkungsvoll eingesetzt werden, sei es als Tee oder als kleingeschnittene Blätter. Salbei hat eine antiseptische Wirkung gegen Bakterien, Viren und Pilze, wie in Laborversuchen nachgewiesen werden konnte.

Pfefferminze wird in ungetrocknetem Zustand nicht gerne gefressen. In Büscheln am Schatten aufgehängt und getrocknet ist sie für die Tiere aber eine willkommene Beschäftigung im Winter. Sie unterstützt die Verdauung, lindert Appetitlosigkeit und wirkt auch gegen Wurmbefall. Ausserdem verströmt sie einen angenehmen Geruch im Hühnerhaus und kann auch in die Legenester gelegt werden, wo sie Ungeziefer fernhält. Die Pfefferminze sollte in einem Topf kultiviert werden, da sie sich im Garten nicht nur stark vermehrt, sondern geradezu wuchert.

Natürlich gibt es noch viele weitere Küchenkräuter, die man Hühnern durchaus reichen kann, um für Abwechslung in deren Speiseplan zu sorgen und gleichzeitig deren Organismus zu stärken. Die Angst, man könnte die Gefiederten mit Kräutern vergiften, ist weitgehend unbegründet. Nur wenn man unbekannte Kräuter ins Feuchtfutter mischt, könnten die Tiere gefährdet sein. Wenn man die Kräuter frisch und klein geschnitten reicht, werden die Hühner nur das fressen, was ihnen auch schmeckt und ihnen guttut. Sie suchen sich schon selber aus, was sie fressen möchten.

Während der Vegetationszeit gibt es in der Regel genügend Grünzeug, sodass man das Zufüttern von Kräutern in bescheidenem Rahmen halten kann. Deshalb sollte man sich in dieser Zeit einen Vorrat an getrockneten Kräutern zulegen, damit das Federvieh in der kargen Jahreszeit mit allerlei gesunden Kräutern gestärkt und für Abwechslung im Speiseplan gesorgt werden kann.

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